Chronik

Im Jahre 1934 wurde der Kleinkaliber-Schützenverein Rengersfeld gegründet. Vor 1934 bestand ein Kegel- und Radfahrverein der in dem Schützenverein aufging. 1. Vorsitzender wurde Fritz Bachmann. Die ersten Schießleiter waren Ludwig Gutermuth und Willi Weikard.

In den Jahren 1934/35 baute man das erste Schützenhaus mit einer Anzeigerdeckung in unmittelbarer Dorfnähe, der sogenannten Hofwiese. Alle anfallenden Arbeiten erfolgten natürlich in Eigenleistung der Vereinsmitglieder und deren Ehefrauen.

Nach dem Krieg fiel unser Schießstand dem Kontrollratsgesetz zum Opfer. Das Sportschießen wurde verboten.

Am 15. Oktober 1951 wurde der Verein erneut gegründet und Heini Goldbach zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Die alliierten Mächte erlaubten für das Sportschießen damals nur Luftdruckwaffen. Ludwig Gutermuth besaß damals noch ein solches, recht einfaches Gewehr. So konnte man mit dem Übungsschießen beginnen. Der erste Schießstand war der Klassenraum in der Volksschule. Allerdings hatte dieser nur eine Länge von 8 Metern und für den Beitritt zum Deutschen Schützenbund war eine Standlänge von 10 Metern gefordert. Wir fanden sie im Flur der Reesbergschänke, der von seiner Breite aber leider nur einen Schießstand zuließ.

Später ergab sich eine Lösung, die ein Schießen auf zwei Ständen ermöglichte. Bei schönem Wetter wurde draußen im Hof geschossen. Auch Kreismeisterschaften fanden im Hof statt, zum Teil wurde dabei sogar über die Strasse geschossen. Dieser Zustand änderte sich erst im Jahre 1957.

In 1956 übernahm Ewald Helfrich den Posten des 1. Schiesswartes und damit die Verantwortung für den sportlichen Aufstieg des Vereines.

1957 beschließt der Schützenverein Rommers sich dem Rengersfelder Schützenverein anzugliedern. Im gleichen Jahr bauten wir die Arbeiterunterkunft unseres Schützenbruders Karl Weber neben der Ziegelei in Rommers zu einem kleinen Schützenhaus um. Jetzt konnte endlich wieder mit dem Kleinkaliberschießen begonnen werden. Luftgewehr wurde weiterhin in der Reesbergschänke in Rengersfeld geschossen.

1958: Der Zusammenschluss der Schützenvereine Rengersfeld und Rommers wird vollzogen.

1961 stellte uns der Schützenbruder Alfred Gutmann in seiner Gastwirtschaft „An der Nalle“ in Ziegelhütte den großen Saal zum Luftgewehrschießen zur Verfügung und so wechselten wir das Vereinslokal.

1963 kam es zum Umbau des ehemaligen Kegelhauses der Gaststätte „Zum grünen Tal“, heute unter Hähnchen-Paula weit bekannt, in einen Luftgewehrschießstand. Den Stand in Sparbrod durften wir in all den Jahren kostenlos benutzen. Dafür an dieser Stelle den leider bereits verstorbenen Gastwirten Hans Richter und seinem Nachfolger Wolfgang Beres sowie der heutigen Eigentümer Familie Wolfgang Zebisch herzlichen Dank.

1965 legte Heini Goldbach den Vorsitz nieder. Neuer Vorsitzender wurde Werner Graf, der sich besonders für den weiteren Ausbau unseres Rommerser Schützenhauses einsetzte. In dieser Zeit wurden alle Schießstände auf elektrische Zuganlagen umgerüstet.

1968 erwarben wir das Gebäude an der Ziegelei von unserem Schützenbruder Karl Weber. Außerdem erhielten wir von den beiden Gemeinden Rengersfeld und Rommers im Rahmen der Flurbereinigung Gelände für eine Erweiterung. In drei Jahren Eigenarbeit bauten wir eine neue Schießanlage, damals die modernste ihrer Art in Hessen. Der Schießstand an der Ziegelei hatte damals bereits 9 Kleinkaliberstände, davon 4 mit der Möglichkeit auf 100 m umzuschalten, sowie 4 Luftgewehrstände. Die LG-Stände waren aber auch im Freien angesiedelt, sodass ein Winterbetrieb nicht möglich war und das Schützenhaus in Sparbrod weitergenutzt wurde.

1979 löste Gerrit Klinkert den Schützenbruder Werner Graf im Vorsitz ab. In die Amtszeit von Gerrit Klinkert fiel 1984 unser 50-jähriges Vereinsjubiläum. Gefeiert wurde auf dem Sportplatz in Rengersfeld.

1991 übernahm Otto Hartmann die Aufgaben des l. Vorsitzenden. Ewald Helfrich hatte unverändert in der Funktion des l. Schießwartes inne und war die treibende Kraft für eine Erweiterung des Schützenhauses und der Schießanlagen. Somit begannen in 1991 die Planungen für die Erweiterung um einen wintertauglichen Luftgewehrstand und eine Pistolenanlage.

1996 tritt Otto Hartmann aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des l. Vorsitzenden zurück. In einer außerordentlichen Versammlung wird am 9.05.1996 Ewald Helfrich zum neuen Vorsitzenden gewählt.

1998: Zur Realisierung des geplanten Bauvorhabens erwirbt der Schützenverein aus Eigenmitteln von Herrn Karl Weber ein Teilgrundstück sus dem Gelände der ehemaligen Ziegelei, angrenzend am bisherigen Eigentum.

1999 wurde nach 8 Jahren des Wartens die Bereitstellung von öffentlichen Fördermittel zugesagt und mit dem Bauvorhaben konnte endlich begonnen werden. Aus dem ursprünglichen Vorhaben war mittlerweile gemäß der Planung ein Luftgewehrstand mit 10 Ständen, ein Pistolenstand mit 5 Ständen auf 25m, ein neuer Aufenthaltsraum mit Theke und einer kleinen angrenzenden Küche, eine neue Toilettenanlage, eine Waffenkammer für die großen Tresore zur sicheren Waffenaufbewahrung und ein Umkleideraum geworden.

Das neue Gebäude hat damit eine Größe von 16 x 30 Metern. Fast alle Arbeiten wurden in Eigenleistung ausgeführt. Lediglich die Zimmererarbeiten und die Errichtung des Dachstuhles wurden fremdvergeben. Da die Antragstellung für die öffentlichen Mittel bereits 1993/94 erfolgt ist, war der Ausgleich von Preissteigerungen eine erhebliche Herausforderung.

Durch den unermüdlichen Einsatz der Vereinsmitglieder wurde auch diese Aufgabe gemeistert. Hierbei sind insbesondere die älteren Vereinsmitglieder, zumeist bereits im Rentenalter, hervorzuheben.

2000, am 7. Oktober wird der Neubau in einer gelungenen Feier dann offiziell eingeweiht.

2009 im März stehen turnusmäßig Neuwahlen zum Vorstand an. Nach 53 Jahren unermüdlicher Vorstandsarbeit, davon 13 Jahre in der Funktion des l. Vorsitzenden übergibt Ewald Helfrich die Vereinsführung an seinen Sohn Wolfgang Helfrich als neu gewählten Vorsitzenden. Zum 2. Vorsitzenden wählt die Versammlung Peter Richter.

Durch seine Leistungen genießt unser Verein in Schützenkreisen seit Jahrzehnten einen guten Ruf, sowohl durch die sportlichen Erfolge auf Kreis- und Gauebene und mit guten Platzierungen bei den Hessischen Landesmeisterschaften, als auch durch die Organisation von Schießsportveranstaltungen.

Durch unsere traditionellen Rhönmatch-Wochen stehen wir in Verbindung mit Vereinen aus ganz Hessen und auch der Bayrischen Rhön.
Internationale Anerkennung haben wir 1975 Jahre durch einen Besuch der israelischen Nationalmannschaft und einer Juniorenauswahl des Schweizer Kantons Bern erfahren. Die Israelischen und Schweizer Schützen waren bei einem Vergleichs-
und Freundschaftsschießen unser Gast.
Bereits im darauffolgenden Jahr 1976 waren wir dann mit unserer Schützenjugend und weiteren Jugendlichen des Schützengaues zu einem Gegenbesuch in der Schweiz. Für uns damals bereits unglaublich war der Unterschied zwischen den deutschen und den schweizerischen Sicherheitsbestimmungen. U. a. wurde dabei auf einem 300 m-Stand mit 30 Schießständen über eine Senke hinweg geschossen, ohne Blenden, Schutzwall oder Ähnliches. In der Senke, direkt unter den Schussbahnen hat dabei ein Bauer Kartoffeln geerntet!!!!

Auch bestehen Kontakte in die Schweiz. So werden wir seit 1997 jedes Jahr von der Match-Schützenvereinigung Winterthur zum 300 m-Schießen eingeladen. Diese Freundschaft wollen wir auch in Zukunft weiterhin pflegen.

Obwohl es sich in Zeiten eines umfangreichen Sport-, Freizeit- und Kulturangebotes schwierig gestaltet, wird in unserem Verein traditionell große Aufmerksamkeit auf eine gute Jugendarbeit und Förderung des Nachwuchses gelegt.
Nach etlichen Jahren ohne konstant aktivem Nachwuchs haben wir mit Jens Gutermuth, Martin Schleicher, Christian Söhner und Patrick Stumpf wieder vier hoffnungsvolle Nachwuchsschützen, die mittlerweile bereits in der Juniorenklasse schießen.
Mit Nico Menz, den besten Luftgewehrschützen des Nachbarvereins SV Mosbach, konnten wir zudem zur Verstärkungen einen guten Schützen für alle KK-Disziplinen gewinnen.
In der Schülerklasse reift in unserem Verein mit Julia Gutermuth ein äußerst hoffnungsvolles Talent heran.

Um diese Potenziale auszuschöpfen hat der Verein mit Ewald Helfrich, Wolfgang Helfrich und Heiko Baier drei, im Hessischen Leistungszentrum Frankfurt ausgebildete Trainer mit entsprechender Lizenz in seinen Reihen. Hinzu kommen die
Sportlehrer Ulf und Gerrit Klinkert die berufsbedingt ebenfalls über eine Übungsleiterlizenz verfügen. Eine derart dichte Qualifikation in einem Verein dieser Größenordnung ist sicherlich bemerkenswert.

Einen wahren Boom hat in den letzten Jahren das Auflageschießen genommen. Hierbei schießen ältere Schützen ab der Seniorenklasse in den Disziplinen Luftgewehr und Kleinkaliber sitzend ( ab 72 Jahren) oder stehend (Alter 56 bis 71 Jahre) mit auf einem Ständer aufgelegtem Gewehr.
Mit diesen noch jungen Disziplinen wird der aktive Schießsport bis ins hohe Alter ermöglicht. Die landkreisweiten Veranstaltungen, darunter auch regelmäßige Schießen in unserem Schützenhaus, zählen teilweise über 60 aktive Teilnehmer.

Durch den Schützenhausneubau haben sich die sportlichen Rahmenbedingungen für den Schützenverein Rengersfeld e.V. deutlich verbessert. Ein schuldenfreies Vereinsheim in Verbindung mit teilweise neuen Pressluft-Luftgewehren und neuwertiger Schießbekleidung für Jugend und Junioren bilden eine gute Basis für eine erfolgreiche, sportliche Zukunft.
In Verbindung mit einem geselligen Vereinsleben und unter Führung des neuen Vorstandes blicken wir deshalb optimistisch in die Zukunft.

Chronik 75 Jahre Schützenverein Rengersfeld e. V, August 2009